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Muenchen: Mitglieder der ‚Kommission fuer Verstoesse der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V.’ (KVPM) uebergeben in dieser Woche dem Praesidenten der Muenchener Ludwig-Maximilians-Universitaet, Prof. Bernd Huber, eine Forderung, den Direktor der Psychiatrischen Klinik der LMU, Prof. H.-J. Moeller mit sofortiger Wirkung zu entlassen.
Bernd Trepping, Praesident der KVPM Deutschland e.V. teilte in einem Interview mit: "Psychiatriepatienten sind in Gefahr, da Psychiatrie-Chef Prof. Moeller nicht zu erkennen gibt, dass er kompromisslos hinter der Einhaltung der international vom Weltaerztebund verabschiedeten Deklaration von Helsinki zum Schutz von Patienten bei medizinischen Forschungen steht."
Die Helsinki-Deklaration umfasst die aerztlichen Regeln zur medizinischen Forschung und ist auch Bestandteil der aerztlichen Berufsordnung in Deutschland. "Moeller ist anscheinend weniger an dem Leid von Patienten interessiert, aufgrund der Nebenwirkungen von Psychopillen, als an finanziellen Vorteilen durch die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zu Pharmaunternehmen", so Trepping weiter.
Der KVPM liegen Unterlagen vor, wonach Prof. Moeller Interesse am Geschaeft mit einer fragwuerdigen Medikamentenstudie an Patienten zeigte. Eine Studie, die ein Psychiatrieprofessor aus Muenster aus ethischen Gruenden eindeutig ablehnte.
Wie sich herausstellte, unterhaelt der Psychiater Prof. Moeller finanzielle Verbindungen zu 15 Pharmafirmen wie z.B. AstaZeneca, Bristol-Myers Squibb, Eli Lilly, GlaxoSmithKline, Merck, Novartis etc. (Quelle: Der Nervenarzt, Artikel: Unipolare depressive Erkrankungen, 2009). Er ist ausserdem Mitglied des Advisory Boards und erhaelt Honorare fuer Vortraege.
Der Journalist Hans Weiss schreibt in seinem Buch „Korrupte Medizin“, Moeller habe sich auch fuer aeusserst umstrittene Medikamente stark gemacht, wie z.B. fuer das Abmagerungsmittel Acomplia. In der Fachzeitschrift British Medical Journal habe Moeller im Jahr 2003 Acomplia als Mittel „mit guenstigem Nutzen-Risiko Profil“ beschrieben. Obwohl die US-Gesundheitsbehoerde diesem Mittel im Sommer 2007 wegen schwerwiegender Nebenwirkungen die Zulassung verweigerte, sei Moeller kurz darauf bei einer Werbeveranstaltung des Acomplia-Herstellers Sanofi-Aventis aufgetreten, um erneut Stimmung fuer das Medikament zu machen.
Als „absolut untragbar“ bezeichnen die Menschenrechtler der KVPM ausserdem die Tatsache, dass Prof. Moeller in seiner Klinik einen beruechtigten Wegbereiter der Rassenhygiene und Zwangssterilisation, Emil Kraepelin, in Ehren haelt. Statt vor dessen menschenverachtender Ideologie zu warnen, sind in den Gaengen der psychiatrischen Universitaetsklinik Muenchen ein grosses Portrait und eine Bueste Kraepelins ausgestellt, die Bibliothek des Hauses traegt nicht nur Kraepelins Namen, Prof. Moeller liess sie auch in den urspruenglichen Zustand von Kraepelins Zeiten restaurieren.
Als unvereinbar mit dem Auftrag einer Lehranstalt fuer junge Mediziner bezeichnen die Mitglieder der KVPM den Umstand, dass Prof. Moeller immer noch das Amt eines Direktors einer Universitaetspsychiatrie bekleidet, obwohl er am 4. Februar 2010 vom Oberlandesgericht Muenchen im Zusammenhang mit einer fragwuerdigen „Ferndiagnose“ zur Zahlung von 15.000 Euro Schmerzensgeld wegen Verletzung der aerztlichen Schweigepflicht und Verletzung der Persoenlichkeitsrechte des Klaegers verurteilt worden ist.
Ausserdem habe ein ehemaliger Datenschuetzer der Klinik vor wenigen Jahren auf gravierende Sicherheitsmaengel beim Umgang mit ungeschuetzten Festplatten und Patientendaten in der LMU Psychiatrie aufmerksam gemacht. Trotz der Hinweise wurde 2008 auf einem Muenchener Flohmarkt eine Festplatte der LMU Psychiatrie mit mehreren Tausend Patientendaten unter Nennung psychiatrischer Diagnosen und vollstaendiger Adressen von Patienten sowie Arztbriefe etc. zum Verkauf angeboten.
Die Menschenrechtler sehen in Prof. Moeller daher einen besonders bedenkenlosen und fahrlaessigen Psychiater. Moeller und sein Kollege hatten die Herausgeber des unabhaengigen Informationsdienstes fuer AErzte und Apotheker, „Arznei-Telegramm“, schwer unter Beschuss genommen, nur weil diese ueber moegliche toedlichen Nebenwirkungen von Antidepressiva gewarnt hatten. Mittlerweile warnen Arzneimittelbehoerden weltweit vor genau diesen Gefahren!
Nach Angaben des Vereins habe sich Prof. Moeller im Grunde bereits 1973 fuer eine aerztliche Fuehrungsposition disqualifiziert. Damals habe Prof. Moeller mit seinem Lehrer, dem Psychiater Prof. Zerssen, an einer Besichtigung psychiatrischer Einrichtungen in Moskau und Leningrad teilgenommen. In ihrem daraufhin gefertigten Bericht haetten die beiden Psychiater der russischen Psychiatrie im Ergebnis die „Absolution“ erteilt. Danach wurden die unmenschlichen Zustaende in russischen psychiatrischen Anstalten im Westen aber derart offenkundig, dass sogar der Weltverband der Psychiatrie nicht mehr anders konnte, als mit 90:88 Stimmen die russischen Missbrauchspraktiken der Psychiatrie zu verurteilen.
Die vollstaendige Forderung der KVPM liegt in der Muenchener Innenstadt im Tal 32 aus. Dort findet noch bis zum 21. Maerz eine Ausstellung der KVPM ueber Menschenrechtsverletzungen in der Psychiatrie statt. Die Ausstellung ist taeglich von 10 bis 21 Uhr geoeffnet, der Eintritt ist frei. Wer sich der Forderung anschliessen moechte, kann sich dort auf einer Unterschriftsliste eintragen.
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Bernd Trepping, c/o Kommission fuer Verstoesse der Psychiatrie gegen Menschenrechte Deutschland e.V., Amalienstr. 49a, 80799 Muenchen, Tel: 0178 - 613 74 67
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